„Brannte nicht unser Herz in uns, als er mit uns sprach?“ (Lukas 24,32)
April 2025
Zwei Männer auf dem Weg. Vielleicht ein Pilgerweg. Vielleicht ein Heimweg. Vielleicht eine Flucht. Ihre Stimmung? Schwer zu beschreiben. Schritt für Schritt. Der Staub wirbelt auf, fällt wieder. So ist das Leben – voller Gesetze, die man nicht ändern kann. Man muss lernen, damit klarzukommen.
Schritt für Schritt. Warum nur hatten sie sich auf dieses Abenteuer mit Jesus eingelassen? Wegen der Hoffnung? Der Sehnsucht? Der Wunder? Egal jetzt! Eine Zeit lang war alles anders: Sie glaubten an das Gute, staunten über Jesu Taten. Doch jetzt ist alles vorbei. Jesus ist tot. Gott scheint weit weg. Der Weg führt zurück in den Alltag – stumpf und staubig.
Schritt für Schritt.
Plötzlich gesellt sich ein Fremder zu ihnen. „Wie geht’s euch?“, fragt er. Muss der jetzt auch noch reden? Zuerst sind sie genervt: „Weißt du denn nichts? Was hier los ist!“ Doch dann öffnen sie ihr Herz: die Trauer, die Enttäuschung. „Wir dachten, er wäre der Retter. Aber jetzt … alles vorbei.“
Der Fremde lächelt. Und dann beginnt ein Gespräch, das alles verändert. Keine Plattitüden. Kein „Wird schon wieder“. Stattdessen Worte, die ins Mark treffen. Worte, die das Herz erwärmen. Als sie später gemeinsam Brot brechen, erkennen sie plötzlich: Das war er! Jesus! Doch dann ist er verschwunden.
Da spüren sie es: Die Worte brennen noch in ihren Ohren. Die Hoffnung glüht im Herzen. „War nicht unser Herz wie Feuer, als er mit uns redete?“
Herzliche Grüße
Pastor Andreas Petker
„Prüfet alles – und das Gute behaltet“ 1. Thess. 5,21
Januar 2025
die Zeit zwischen den Jahren lädt oft dazu ein, Ordnung zu schaffen – im Haus, im Keller, vielleicht sogar im Dachboden. Wir räumen, sortieren und staunen, wie viele Dinge sich angesammelt haben. Manche Sachen sind kaputt, andere „könnte man ja noch gebrauchen“. Doch oft bleibt alles, wie es war, und die Unordnung wächst weiter.
Es erinnert mich an den Rat aus dem Bestseller simplify your life: „Leere deine Schublade und lege nur das zurück, was du wirklich liebst.“ Ein einfacher Tipp, der auch für unser Leben gilt: Prüfet alles – und das Gute behaltet. Dieser Ratschlag von Paulus (1. Thessalonicher 5,21) lädt uns ein, nicht nur unsere Sachen, sondern auch unser Leben, unsere Werte und unsere Überzeugungen bewusst zu hinterfragen.
Prüfen zulassen – Offenheit und Vertrauen
Prüfen beginnt mit Offenheit. Wer prüft, muss bereit sein, sich auf Neues einzulassen, auch wenn es ungewohnt oder unbequem ist. Diese Haltung braucht Vertrauen – Vertrauen in Gott, der uns durch Verstand und Herz leitet, und Vertrauen, dass er uns auch in Unsicherheiten begleitet. Jesus selbst zeigte diese Offenheit: Er begegnete Menschen, die anders dachten und lebten, ohne sie vorschnell zu verurteilen. Seine Liebe und Weisheit schafften Raum für Heilung und Verständnis.
Unterscheiden lernen – Kritisch reflektieren
Doch Offenheit allein genügt nicht. Paulus fordert uns auf, alles zu prüfen – nicht alles anzunehmen. Das heißt, wir brauchen die Fähigkeit, zu unterscheiden: Was ist gut und führt zu mehr Liebe, Frieden und Gerechtigkeit? Was aber schadet uns oder anderen? Die Bibel hilft uns, in dieser Vielfalt die richtige Richtung zu erkennen. Doch manchmal erfordert das auch Mut: den Mut, unsere Vorurteile loszulassen, und die Bereitschaft, uns von Gott korrigieren zu lassen.
Das Gute bewahren – Dankbarkeit und Weitergabe
Wenn wir erkannt haben, was gut ist, sollen wir es bewahren – nicht nur für uns selbst, sondern auch für andere. Das Gute bewahren bedeutet, dankbar zu sein für Gottes Geschenke in unserem Leben. Es bedeutet, Werte wie Liebe, Hoffnung und Gerechtigkeit zu schützen und zu leben – in der Familie, in der Kirche und in der Gesellschaft. Und schließlich bedeutet es, das Gute weiterzugeben: durch ein liebes Wort, eine helfende Hand oder einen ermutigenden Zuspruch.
Einladung zum Leben
„Prüfet alles und das Gute behaltet“ – das ist keine Last, sondern eine Einladung. Eine Einladung, unser Leben bewusst zu gestalten, auf Gottes Beistand zu vertrauen und selbst ein Zeugnis seiner Liebe in der Welt zu sein.
In diesem Sinne wünsche ich Ihnen ein gesegnetes neues Jahr voller Offenheit, Klarheit und Bewahrung des Guten.
Herzliche Grüße
Pastor Andreas Petker

Bild:
Acrylmalerei von Doris Hopf © Gemeindebriefdruckerei.de